Monatsspruch März 2026

Da weinte Jesus.
Johannes 11, 35

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Da weinte Jesus.“ (Johannes 11,35). Eine herzzerreißende Geschichte wird uns da berichtet: Lazarus, ein Freund von Jesus, liegt im Sterben. Seine Schwestern Maria und Marta rufen Jesus und hoffen auf seine Hilfe.

Doch bis Jesus kommt, ist Lazarus bereits verstorben. Maria empfängt ihn mit den Worten: „Wärst du da gewesen, er würde noch leben!“ Ein leichter Vorwurf schwingt da mit. Aber Jesus geht nicht weiter darauf ein. Er sieht die Trauer von Maria. Und dann weint er selbst auch.

Jesus teilt die Trauer. Er lässt sich ganz auf die Menschen ein. Ihre Trauer geht ihm ans Herz, lässt ihn nicht kalt.

Vielleicht geht es uns auch manchmal so: Da gibt es Lebensabschnitte und Lebensereignisse, wo man denkt: Ist Gott, ist Jesus, denn gar nicht da? Interessiert es ihn denn gar nicht, wie es mir geht? Wäre er da, dann müsste das doch ganz anders ausgehen. Dann müsste er doch eingreifen.

Die Tränen Jesu in der Lazarus-Geschichte zeigen mir: Ja, er ist da. Er fühlt mit, wenn es mir schlecht geht, wenn ich Trauer trage oder anderes mich belastet. Er fühlt mit, er trägt mit.

Das allein ist schon eine ganze Menge wert: Dass da jemand ist, der meine Trauer, meine Not teilt. Einer, dem ich nicht gleichgültig bin. Einer, dem ich mich anvertrauen darf. Allein das hat schon etwas Tröstliches.
Übrigens: Die Geschichte geht weiter – lesen Sie sie einmal nach im Johannes-Evangelium.

Ihr Dekan, Jürgen Huber, Mühlacker

Quelle: Dekanatsrundbrief